Niedersachsenmeisterschaft u. norddeutscher Vizemeister weibliche C-Jugend 2011
Saison 2010/2011
- Landesliga-Meisterschaft männl. B-Jugend
- Landesliga-Meisterschaft weibl. B-Jugend
- Landesliga-Meisterschaft weibl. C-Jugend
- Landesliga-Vizemeisterschaft 1. Herren
- 1. Platz Regionsoberliga Nord: 2. Herren
- 1. Platz Regionsoberliga Nord: männl. A-Jugend
- 1. Platz Regionsoberliga Nord: männl. C-Jugend
- 1. Platz Regionsoberliga Mitte: weibl C-Jugend 2
- 1. Platz Regionsoberliga Ost: weibl. D-Jugend
- 1. Platz Regionsoberliga Ost: männl. E-Jugend
- 1. Platz Regionsoberliga Nord: weibl. E-Jugend
- 1. Platz Regionsklasse 2 OH: 3. Herren
- 2. Platz Regionsoberliga Mitte: männl. D-Jugend
- 2. Platz Regionsoberliga Ost: männl. D-Jugend 2
- 2. Platz Regionsoberliga Nord: männl. E-Jugend 2
- 5. Platz Oberliga Niedersachsen: 1. Damen
HVL: Gärtner, Bolle, Schulze, Sylvester; Steffens (9),Cloppenburg (6), Frohn (4), Herkes, von Fehren (je 3), Strunk, Macke (je 1), L. Richter, Oßenbroich, Sander, Klein. Headcoach: Langmach.
Zeitstrafen. 2/2
Torfolge: 9:9, 9:13, 12.16; 13:19, 18:19; 18:22,20:25.
In Ebstorf denkt man laut darüber nach, einen Baumkronenpfad zu bauen: In 20 Meter Höhe, direkt unter den Baumwipfeln, könnte man dann spazieren gehen, Vogelkunde betreiben oder einfach den Wechsel der Jahreszeiten von oben erleben.
Das Ganze ist nicht ganz billig – ca. 2,5 Millionen Euro geschätzt – bringt aber, so hofft man, Busse voller Touristen ins strukturschwache Schwienautal.
Einen Gipfelsturm ganz andere Art plante die erste Herrenmannschaft des TuS Ebstorf: Meister in der Regionsklasse I, und endlich wieder aufsteigen! Die Chancen dafür standen gut: Man musste nur noch die Altherrentruppe aus Lüneburg schlagen; das Hinspiel verlor man denkbar unglücklich per Strafwurf in letzter Sekunde. Danach dann hätte Ebstorf keine schweren Gegner mehr und wären folglich nicht mehr zu verdrängen vom Platz an der Sonne.
Nun, verehrte Freunde des gepflegten Provinzhandballs – es kam anders, und zwar so:
Hochkonzentriert traten die alten Lüneburger (und Lennart Richter) die Reise ins nahe Ebstorf an. Auf Seiten der Ebstorfer zog der Ex-HVLer Steffen Drewes die Fäden, dafür hatte sich der Ex-Ebstorfer Norbert von Fehren schon vor Jahren den Lüneburgern angeschlossen.
Auf der Tribüne hatte sich nahezu komplett das Team aus Rosche versammelt, welches auf ein Unentschieden hoffte, um die eigenen Meisterschaftschancen zu erhalten.
Schnell entwickelte sich ein echtes Spitzenspiel: Beide Mannschaften zeigten, das da gestandene Handballer am Werk waren. Bis zum 9:9 konnte sich kein Team entscheidend absetzen, doch dann zogen die Lüneburger davon: Durch toll herausgespielte Tore Von Steffens, Herkes und von Fehren stand es plötzlich 9:13, und der HVL nahm diesen Vorsprung mit in die Kabine.
Doch der Sack war noch nicht zu: Der gute Frohn wurde brutal getroffen, musste raus. Ebstorf kam auf, plötzlich stand es 18:19 und die Partie war wieder völlig offen. Und dann kam Hans-Joachim Gärtner: Bis dahin hatte er schon gut gehalten, aber jetzt nagelte er die Kiste zu: 3 Siebenmeter und reihenweise richtig gut platzierte Geschosse entschärfte er und gewann das Spiel so auf der Zielgeraden fast allein. Natürlich ragte der Haupttorschütze Steffens ebenfalls heraus, aber gewonnen hat der unbedingte Siegeswille des gesamten Teams.
In dieser packenden, aber nicht unbedingt unfairen Partie konnten nur zwei Akteure nicht ganz mithalten: Die Schiris Gobat /Schlegel von der JSG Uelzen fanden nie eine Linie, pfiffen auf beiden Seiten völlig unmotiviert Stürmerfouls , verweigerten aber klare Zeitstrafen. Schade, denn beide können das viel besser.
Trotz relativ eindeutiger Kritik von Naturschutzverbänden („Unfug“, „scheußliche Stelzen“) ist die Zukunft des Ebstorfer Baumkronenpfades noch offen; der Gipfelsturm der Ebstorfer Handballer dagegen wurde definitiv abgewehrt. Die Meisterschaft machen nun die Lüneburger und die Roscher unter sich aus, am 25.Februar in Oedeme. Die Gastgeber haben zwei Punkte Vorsprung, die Gäste aber das Hinspiel klar gewonnen. Könnte spannend werden. Mit dieser kämpferischen Leistung der Lüneburger allerdings dürfte es für die zuletzt schwächelnden Roscher schwer werden, etwas Zählbares mitzunehmen aus Lüneburg.